Am 26. Februar 2026 stand unsere Schule ganz im Zeichen der Erinnerungskultur: Unter dem Leitthema „Hiroshima“setzten sich die Schüler*innen der Sekundarstufe II intensiv, multiperspektivisch und kreativ mit dem Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki auseinander. In verschiedenen Workshops näherten sich die Lernenden den historischen Ereignissen des 6. und 9. August 1945 auf ganz unterschiedliche Weise.
Der Schwerpunkt eines Workshops lag auf der autobiographischen Erzählung von Keiji Nakazawa, die in seinem Manga Barfuß durch Hiroshima eindrucksvoll das Erleben des Atombombenabwurfs aus der Perspektive eines Kindes schildert. Die Schüler*innen setzten sich mit dieser besonderen Form der Erinnerungsliteratur auseinander und diskutierten, wie persönliche Erfahrungen Geschichte greifbar und emotional zugänglich machen.
Ein weiterer Workshop widmete sich dem Physiker Oppenheimer. Mithilfe von KI-gestützten Simulationen traten die Schüler*innen in einen dialogischen Austausch mit „Oppenheimer“ und reflektierten ethische Fragen rund um Verantwortung, wissenschaftlichen Fortschritt und die Entwicklung der Atombombe. Dabei wurde deutlich, wie komplex das Spannungsfeld zwischen Forschung, Politik und Moral ist.
Kreativ-künstlerisch setzten sich andere Gruppen mit zentralen Themen wie „Tod, Trauer, Zerstörung, Leid und Hoffnung“ auseinander. Nach einer historischen Einführung entstanden eindrucksvolle Kunstwerke, die die emotionale Tiefe und Vielschichtigkeit des Themas widerspiegelten. Die Ergebnisse zeigten, wie intensiv sich die Jugendlichen mit den Folgen von Krieg und Gewalt auseinandergesetzt haben. Ein besonders symbolträchtiger Workshop führte in die Kunst des Origamifaltens ein. Die Schüler*innen gestalteten Kraniche – ein internationales Friedenssymbol, das untrennbar mit Hiroshima verbunden ist. Die gefalteten Papierkraniche stehen für Hoffnung, Versöhnung und den Wunsch nach einer friedlicheren Welt.
Drei Lerngruppen verlegten ihr Lernen zudem an außerschulische Orte. Sie besuchten unter anderem den Hiroshima-Gedenkhain sowie den Stadtpark. Im Teehaus Senshin-tai bereiteten sie nach japanischem Ritual Opfertee zu und kamen mit der Teemeisterin und Hiroshima-Kennerin Frau Roloff ins Gespräch. Diese Begegnungen ermöglichten einen besonderen Zugang zur japanischen Erinnerungskultur und eröffneten Raum für persönliche Fragen, Eindrücke und Reflexionen.
Der Erinnerungskulturtag hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, historische Ereignisse nicht nur kognitiv zu erfassen, sondern auch emotional, ethisch und kreativ zu durchdringen. Die vielfältigen Zugänge haben unseren Schüler*innen ermöglicht, Verantwortung für eine friedliche Zukunft bewusst mitzudenken und Erinnerung lebendig zu halten.






